Detmold/Paderborn. Große Freude am Grabbe-Gymnasium: Bereits zum fünften Mal seit 2016 wurde die Schule als MINT-freundliche Schule geehrt. Die feierliche Auszeichnung fand am Dienstag, den 23. September 2025, im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn statt. Insgesamt 236 Schulen aus Nordrhein-Westfalen erhielten an diesem Tag die Ehrung für ihr besonderes Engagement in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Sechs Schülerinnen vertraten das Grabbe-Gymnasium bei der Veranstaltung. Während die Schulleitung Dr. Claus Hilbing und Frau Chtchian am offiziellen Festakt teilnahmen, nutzten die Schülerinnen die Gelegenheit, verschiedene Workshops zu besuchen und dort Zukunftstechnologien hautnah zu erleben – vom 3D-Druck über Robotik bis hin zu bionischen Experimenten, bei denen sich Technik von der Natur inspirieren lässt.
Ein besonderes Erlebnis war der Workshop zum Thema Bionik. Dabei bauten die Schülerinnen einen Fisch nach, dessen Flossenbewegung auf dem sogenannten Fin-Ray-Effekt® basiert – einem Prinzip, das aus der Natur abgeschaut wurde. Besonders spannend wurde es, als sie selbst Form und Größe der Schwanzflosse entwerfen durften, um herauszufinden, welche Variante den Fisch am schnellsten durchs Wasser gleiten lässt. In einem kleinen Wettbewerb zeigte sich: Unterschiede von bis zu acht Sekunden waren möglich! Der Siegerfisch durfte anschließend am Brunnen des Museums gegen die Wellen antreten – und gewann unter lautem Jubel.
Nach einer kurzen Mittagspause stand der zweite Programmpunkt an: Robotik in Aktion. An mehreren Stationen konnten die Schülerinnen unterschiedliche Roboter kennenlernen und sie eigenständig steuern. Das absolute Highlight bildeten die Roboterhunde, die sich mithilfe einer Fernbedienung über Hindernisparcours lenken ließen. Zuvor erfuhren die Teilnehmerinnen, dass solche Roboter bereits heute im Einsatz sind – etwa bei Naturkatastrophen, wo Menschen nicht gefahrlos arbeiten können, oder in großen Industrieunternehmen zum Transport schwerer Lasten. Nach erfolgreich absolvierten Aufgaben erhielten alle ihren eigenen „Robohunde-Führerschein“. Besonders amüsant war, dass die Roboterhunde sogar auf Kommandos wie „Sitz!“ oder „Winken!“ reagierten.
„Am Grabbe heißt MINT: MINT für alle“, betont die Schulleitung. Dieses Motto spiegelt sich sowohl in der Unter- und Mittelstufe als auch in der Oberstufe wider. Schon in den unteren Jahrgangsstufen bauen Schülerinnen und Schüler beispielsweise Vogelhäuser, untersuchen Tierspuren oder nehmen an Wettbewerben teil. In höheren Klassen stehen projektorientiertes Arbeiten, Robotik und eigenständiges Forschen im Mittelpunkt. Besonders erfreulich: Seit diesem Schuljahr gibt es am Grabbe wieder einen Physik-Leistungskurs, der in Kooperation mit dem Leopoldinum und dem Stadtgymnasium angeboten wird.
Bei der Preisverleihung hob Dr. Urban Mauer die Bedeutung von Zukunftskompetenzen hervor, die eng mit MINT verknüpft sind: „Es geht um Kreativität, reflektiertes und selbstständiges Denken – Kompetenzen, die junge Menschen für ihre Zukunft brauchen.“ Auch Professor Risch, Vorstand der HNF-Stiftung, betonte, dass es künftig noch mehr „positiv Verrückte“ brauche, die sich mit Begeisterung für MINT einsetzen und Innovationen vorantreiben.
Der Tag im Heinz Nixdorf Museums Forum war für die Schülerinnen nicht nur spannend und lehrreich, sondern auch inspirierend. Mit der erneuten Auszeichnung sieht sich das Grabbe-Gymnasium bestärkt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen:
„Für uns ist die Ehrung Herausforderung und Motivation zugleich. Wir wollen noch mehr junge Menschen für MINT begeistern und ihre Talente mit ihren Interessen verbinden.“
